Barcamps zu Kirche 2.0: „Es gibt keine ZuschauerInnen, nur TeilnehmerInnen“

von Unbekannt

Kirche lernt von der Online-Szene. Das könnte das Motto für vieles sein, was sich im Social Web so tut, jedenfalls stimmt es für die Veranstaltung von Barcamps. Dieses partizipative Veranstaltungsformat ist aus dem Bedürfnis entstanden, ein hierarchiefreies und offenes Offline-Format für den Austausch zu haben. Ein Barcamp ist eine Un-Konferenz, es gibt keine festgelegten SprecherInnen und Themen, sondern spontan vor Ort entsteht das Programm durch die Beteiligung der TeilnehmerInnen am Barcamp: „Es gibt keine ZuschauerInnen, nur TeilnehmerInnen“.

Im Mai 2010 fand das erste Barcamp zu Kirche und Social Media in Frankfurt am Main statt. Zwei Tage lang trafen sich ChristInnen und tauschten Erfahrungen und neue Ideen aus, die „Sessions“ drehten sich stark um Glaubenskommunikation im Social Web, aber auch um technische Tools oder Veranstaltungsbewerbung. Manche hatten schon fertige Präsentationen mitgebracht, vieles aber entstand spontan – denn am Barcamp ist viel Zeit für informellen Austausch. Und ein Barcamp wirkt auch wieder zurück ins Netz. Am 6./7./8. Mai 2011 findet das zweite Barcamp Kirche 2.0 in Frankfurt am Main statt.

Dazwischen aber tut sich was in der Barcamp-Szene: Am 30. Oktober 2010 laden das Kommunikationsbüro der Diözese Linz und ThemaTisch, ein Projekt der Katholischen Aktion Oberösterreich, zum ersten Barcamp zum Thema Kirche 2.0 in Österreich. Diese Veranstaltung ist neben dem internationalen und österreichweiten Vernetzungswunsch auch der Tatsache geschuldet, dass in den letzten Monaten sehr viele ChristInnen, Ehrenamtliche wie Hauptamtliche, aus Oberösterreich ins Social Web eingestiegen sind, sie sind auf Facebook zu finden, twittern, manche bloggen. Da gibt es dann einfach das Bedürfnis sich auch direkt zu treffen, kennenzulernen und auszutauschen, z.B. über die Erfahrungen zu sprechen, die unterschiedliche Pfarren mit ihrer Facebook-Seite machen. Dafür ist ein Barcamp das beste Format, da hier im Unterschied zu klassischen Veranstaltungsformaten die Partizipation aller entscheidend ist.

Darum: Eine herzliche Einladung zum Barcamp!

Seitens der Kirche macht für mich in Bezug auf Barcamp eine Doppelstrategie Sinn: Wir brauchen Barcamps zu Kirche 2.0, um den Austausch von christlichen Social Media AktivistInnen auch offline zu ermöglichen. Wir brauchen aber genauso ChristInnen, die Barcamps zu anderen Themen besuchen und dort aktiv als ChristInnen auftreten, interessante (kirchliche) Projekte vorstellen und selbst Neues lernen. Kirche in der Welt eben.

Andrea Mayer-Edoloeyi
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