Facebook? Ja, aber wie?

von Unbekannt

Die eigene Facebook-Fanseite für die Gemeinde, den Verband oder den Kirchenchor gehört mittlerweile schon beinahe zum Alltagsgeschäft dazu. Eingerichtet ist diese Seite in wenigen Schritte, die ersten Fans sind schnell gefunden. In gleicher Geschwindigkeit sind die ersten Beiträge veröffentlicht. Doch schnell verfliegt die anfängliche Kreativität und der Seitenbetreiber steht einmal mehr vor der Frage: Welchen Inhalt poste ich wie und wann? Dieses Dilemma lässt den ein oder anderen schnell zu einem automatisierten Posting mittels RSS-Feed oder ähnlichen übergehen. Die meist ausbleibenden Reaktion der Fans auf diese Posting zeigt jedoch schnell, was die Kommunikationspartner von dieser Art des Austausches halten. Also bleiben weiterhin die Fragen bestehen: Was wollen meine Fans lesen? Wie erreiche ich sie? Welcher Beitrag erscheint im Newsfeed.

In den letzten Tagen wurde eine Studie veröffentlicht, die sich genau mit diesen Fragen befasst. Die von der dem FH Johanneum und einer Agentur herausgegebene Studie hat 100 Fanseiten von großen Firmen im deutschsprachigen Raum untersucht.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Ganz schön gering: Durchschnittlicher Viralitätsfaktor von Facebook Postings: 0,23%
  • Bilder, Bilder, Bilder: Die Viralität von Beiträgen mit Bildern liegt um rund 70% höher
  • Videos funktionieren nicht: sie erzielen einen um 85% niedrigeren Viralitätswerte
  • Der Nutzer will nicht weitergeleitet werden: Links erzielen einen um 88% niedrigeren Viralitätswerte
  • Frag den Nutzer: Facebook Umfragen weisen einen um 139% höheren Viralitätsfaktor auf
  • Keep it simple: Einfach formulierte Postings erhalten 92% mehr Viralität
  • Keep it short: Posts sollten nicht länger als 1-3 Zeilen sein
  • Zum Mittag und Abends: Die besten Zeiten für Postings sind 11 Uhr und 19 Uhr
  • Am Wochenende auf dem Sofa: Am meisten Viralität erreichen Postings am Sonntag
  • Muss das wirklich sein: Wer seltener Postet erreicht eine höhere Viralität

 

 

Der Faktor „Viralität“ berechnet sich laut Studie aus der Summe der Likes, Shares und Kommentare im Bezug auf die Fananzahl. Klingt recht simple, aber genau hier setzt auch die Kritik an dieser Studie an. So merkt Thomas Hutter in seinem Blog an, dass ein gleichwertiger Einbezug von Likes, Shares und Kommentare schwierig scheint. Denn Shares tauchen in aller Regel im Newsfeed der Nutzer auf, Likes und Kommentare oft nur im Ticker auf der rechten Seite. Zudem sei die Bezeichnung „Viralität“ an dieser Stelle eher missverständlich. Denn der oben beschreibene Faktor beschreibe vielmehr die Interaktion und nicht die Viralität eines Beitrages.

Auch wenn die oben genannte Kritik sicherlich berechtig ist, so bieten die Ergebnisse der Studie doch einen guten ersten Anhaltspunkt dafür, wie man auf Fanseiten agieren sollten. Sicherlich sind nicht alle Erkenntnisse 1:1 auf die eigene Seite anzuwenden, aber dennoch regen sie auf jeden Fall wieder dazu an, das eigene Kommunikationsverhalten zu überprüfen und gegebenfalls zu ändern. Also in diesem Sinne: Keep it short and simple!

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