Gefällt mir, gefällt mir nicht…

von Unbekannt

Die ersten Gehversuche des BDKJ Diözese Münster im Web 2.0

Man kann nicht gerade behaupten, die Welt hätte auf die Facebook-Seite des BDKJ Diözese Münster gewartet. Im Gegenteil: Als wir Anfang Februar unseren E-Mail-Newsletter einstellten und statt dessen eine Fanseite auf Facebook eröffneten, setzte es zunächst Kritik. Trotzdem sind wir nach rund einem Vierteljahr noch immer und immer mehr davon überzeugt, dass der Schritt weg vom Newsletter, hin zu Social Media richtig war und ist.

Um die damals getroffene Entscheidung einordnen zu können, muss man den Hintergrund dazu kennen: Im September 2009 hatte der BDKJ Diözese Münster in seiner vierteljährlich erscheinenden BDKJ-Zeitung eine Leserbefragung gestartet. Unter anderem wurde dort auch nach der Nutzung der Internetseite www.bdkj-muenster.de und des E-Mail-Newsletters gefragt. Während 80% der Befragten bestätigten, wenigstens ab und zu auf die Internetseite zu gehen, gab eine ebenso große Anzahl an, den Newsletter nicht zu nutzen. Wenn man sich vor Augen führt, dass es sich bei den Beantwortern des Fragebogens überwiegend um haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugend(verbands)arbeit handelte, wird deutlich, dass wir mit dem Newsletter eben diese Kernzielgruppe nicht erreichen konnten.

Etwas länger als ein Vierteljahr sind wir nun mit einer eigenen Fanseite im Netzwerk „Facebook“ präsent. Seitdem haben wir es auf die stattliche Anzahl von 119 Fans gebracht. Das entspricht in etwa der Zahl der Newsletter-Empfänger nach fünf Jahren. Einige von diesen sind uns zu Facebook gefolgt, andere haben wir verloren. Die überwiegende Zahl der Nutzer, die unsere Seite als „Gefällt mir“ markiert haben, ist neu hinzugekommen. Offenbar sprechen wir mit dem neuen Medium eine komplett andere Zielgruppe an. Für uns als Verband, der jugendpolitische Interessensvertretung wahrnimmt, ist besonders erfreulich, dass sich eine Reihe Kommunal- und Landespolitiker unterschiedlichster Parteizugehörigkeit auf unserer Seite als Fan registriert haben.

Facebook bietet uns die Möglichkeit, unsere Infos aus dem Verbandsleben, über unsere politischen Positionen oder unsere Inhalte, zeitnah und technisch unaufwändig ins Netz zu bringen. Kein Warten mehr, bis man sechs oder acht relevante Meldungen beisammen hat, damit sich endlich eine Newsletter-Verschickung „lohnt“. Zugleich bekommen wir direktes Feedback in Form von Kommentaren oder „Gefällt mir“-Klicks.

Für uns ist das Social Web derzeit noch eine Spielwiese, ein Versuchslabor, in dem wir Dinge zunächst mal ausprobieren können. Eine Medienstrategie steht nicht dahinter. Noch nicht. Denn erst, wenn wir wissen, was theoretisch möglich wäre, können wir festlegen, was wir für unsere Arbeit und unsere Zielgruppen für sinnvoll halten. Unsere Facebook-Fanseite ist ein erster Schritt dorthin. Parallel dazu probieren wir im Verborgenen, aber mit Neugierde und Faszination, verschiedene andere Dienste wie Twitter oder Flickr aus und überlegen, wie wir sie zukünftig in unsere Öffentlichkeitsarbeit einbinden können.

Im September wird die offizielle Internetseite des Weltjugendtagsbüros Bistum Münster zum WJT 2011 Madrid an den Start gehen. Dort unterziehen wir uns dem Web 2.0-Praxistest. Uns ist klar: Ohne Vernetzung durch Communities geht es nicht. Was wir noch nicht wissen: Wie viel Aufwand, wie viel Manpower müssen wir einsetzen, um den Kommunikationsbedürfnissen unserer Zielgruppen zu entsprechen? Die Vorbereitung auf den WJT wird insofern für uns zu einer sehr spannenden Phase, in der wir gemeinsam mit unserem Partner, der Abteilung Kinder- und Jugendseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Münster, viel lernen werden.

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One thought on “Gefällt mir, gefällt mir nicht…

  1. Grundsätzlich denke ich schon, dass Social Media Teil einer überlegten Kommunikationstrategie mit formulierten Zielen sein sollte, aber sowas fällt einfach nicht vom Himmel 😉 Den Ansatz, selbst einfach Erfahrungen zu machen, finde ich genau richtig, der Rest kommt mit der Zeit. Social Media geht sowieso nicht im Trockentraining. Wünsche euch viel Erfolg!

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