Weniger Technik – mehr Mensch

von Unbekannt

Mal wieder war ich als Handlungsreisender in Sachen Neuland unterwegs. Mal wieder habe ich über die Chance gesprochen, welche uns die Social-Media-Tools für die kirchliche Kommunikation bieten. Mal wieder habe ich dafür geworben, sich gut zu überlegen was man will und es dann auch angstfrei umzusetzen. Und mal wieder frage ich mich, was bleibt davon bei den Workshop-Teilnehmern hängen. Soweit Business as usual.

Auf der Rückfahrt wollte ich mir dann noch auf die Schnelle in einem kleinen asiatischen Teeladen einen Becher frischen Eistee bestellen – Pustekuchen: Die nette ältere Dame hinter dem Tresen servierte mir stattdessen einen großen Becher heißen Ingwertee. „Sie sind erkältet, da müssen sie etwas Warmes trinken“, so die nette Dame. Und als wäre diese Geste nicht schon Zeichen genug, ließ sie sich auch nicht davon abbringen, mir diesen Tee zu schenken.

Aber die Technik ist doch viel einfacher

Immer noch beeindruckt von dieser netten Geste, treibt mich nun auf der Rückfahrt vermehrt die Frage um, ob ich als Handlungsreisender in den letzten Monaten nicht zu sehr den Aspekt der Technik in den Vordergrund gestellt habe und einen anderen Aspekt eher stiefmütterlich behandelt habe, nämlich den des persönlichen Zeugnisses in diesen Kanälen. Was die nette Dame aus dem Teeladen gerade wunderbar vorgelebt hat, ist doch genau das, was wir als Christen in diesem Neuland zu Ausdruck bringen sollten, oder? Oft habe ich davon erzählt, wie einfach es doch ist, eine Facebookseite einzurichten oder eine WhatsApp-Gruppe mit Firmlingen zu füllen, aber habe ich wirklich darüber gesprochen, welche Chance darin liegt, als Christ mit seinen Vorstellungen und Werten in diesen Netzwerken agieren zu können? Ich habe das Gefühl, hierüber deutlich zu wenig gesprochen zu haben. Wo war der Buzzer der laut Nöööööööööööööp macht, da ich auf diesen Aspekt verzichtet habe? Egal – holen wir es halt jetzt nach und ich schreibe es mir für zukünftige Workshops ins Pflichtenheft.

Ich bin Christ – steht zwar nicht drauf, aber du wirst es merken!

Ein Merkmal was Netzwerk wie Facebook und Twitter grundlegend prägt, ist die Vernetzung von Menschen miteinander. Auch wenn zunehmend Unternehmen und Marken in den Newsfeed gespült werden, so zeichnet doch die Kommunikation von Menschen untereinander in all ihren Formen diese Netzwerke aus. Und genau hiervon sollten wir als Christen doch teilnehmen– ohne dass wir gleich in unserem Titelbild stehen haben „Ich bin ein Christ“ und ohne dem Kreuz-Badges im Profilbild, sondern einfach dadurch als Christ wirken, dass wir als Menschen mit christlichen Werten agieren. Sicherlich mag es ab und an einfacher sein, sich hinter Errungenschaften der Technik zu verstecken, doch auch der persönliche Austausch hat wenige Nebenwirkungen und ist in einer geringen Dosis schon deutlich wirksam – ähnlich einem großen Becher Ingwertee bei einer Erkältung.

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