Internetseelsorge mit Echtzeit Social Media Monitoring

von Unbekannt

Im Rahmen von verschiedenen Beratungsaufträgen teste ich aktuell Echtzeit Analysetools aus. In diesem Zusammenhang kam mir der Gedanke das Tool einmal abseits von meinen Aufträgen auszuprobieren, um einmal zu analysieren wie es um den Glauben im Internet steht. Im Hinterkopf stand dabei die Frage ob man solche Tools auch im Rahmen von Internetseelsorge einsetzen kann.

Einrichtung eines Suchmusters

In einem der Social Media Monitoring Tools habe ich zuerst einen Themenbereich Glauben eingerichtet. Das Wort „glauben“, aber auch „Kirche“ oder „katholisch“ und einige weitere habe ich in ein Suchmuster eingefügt. Nachdem das Muster mit wenigen Klicks eingerichtet war, konnte es mit der Analyse losgehen.

Analyse des Themenspektrums

Im nächsten Schritt habe ich das Tool alle seine Quellen auswerten lassen. Dabei greift es auf Foren, Webseiten, Nachrichtenmagazine, Facebook und vor allem noch viele weitere Sozialen Netzwerke zurück. Das Ergebnis ist eine Übersicht und ein Ranking der Plattformen, wo am meisten über das Themenfeld gesprochen wird.

Ergebnis des Social Media Monitorings

Thema Glaube im InternetZum Thema Glaube liegt die Community gute-frage.net derzeit sehr weit vorne, gefolgt von der motor-talk-Community und der Facebook-Seite von Spiegel Online. Ich finde das Ergebnis überraschend, denn ich hatte nicht erwartet, dass die Frage-Community stärker als jede andere Plattform von dem Thema Glaube oder zumindest dem Wort „glauben“ dominiert wird. Zu Unrecht ein Denkfehler, denn dies ist eigentlich die logische Konsequenz davon, dass viele Internetnutzer sich in der Community Ratschläge zu allen möglichen Lebenskrisen und Problemen im Alltag holen. Das der Glaube (und sei es hier nicht explizit der an die Kirche und an Jesus Christus) eine wichtige Rolle spielt ist schlussendlich irgendwie logisch.

Eher als Fun-Fact sehe ich den zweiten Platz mit der Auto-Community. Mich verwundert zwar an was Motorfreaks alles so glauben, aber den Glaube an Lösungsansätzen für Beseitigung von Autoproblemen kann ihnen mit der Auswertung auf jeden Fall bestätigt werden.

Auf der dritten Stelle folgt Spiegel Online. Das ist nicht ganz verwunderlich, da die Facebook Community sehr stark auf Aussagen von Papst Franziskus und grundsätzlich zum Thema kirchlicher Nachrichten regiert. Und da es in den vergangenen sieben Tagen (Auswertungszeitraum) Aussagen zum Thema Verhütung gab.. ist auch schnell klar, dass dort ein großer Diskussionsbedarf vorhanden ist.

Erkenntnisse für die Internetseelsorge

Ich glaube, dass für eine zukünftige Internetseelsorge, die nah bei den Menschen sein möchte, es unabdingbar ist, auch den Einsatz von Social Media Monitoring Diensten zu prüfen. Es wäre eine Chance, die bisher wohl noch von keiner Seite implementiert (soweit eine kleine Recherche unter Seelsorgern) wurde und doch eine große Chance bietet sich in den direkten Dialog mit den Menschen zu stellen. Auf Grundlage einer solchen Entscheidung könnten Seelsorger gezielt in die Seelsorge gehen und Menschen helfen Antworten auf Lebensfragen zu finden.

Der Einsatz von Echtzeit Social Media Monitoring bietet Kirche die Chance Menschen direkt bei ihren Lebensfragen als Seelsorger zu begegnen.

Dieses Vorgehen würde zwar mittelfristig ganz neue Herausforderungen für die kirchliche „Arbeitsweise“ mitbringen, doch wäre es ein guter Weg mit vielen Chancen.

Und für alle Kirchen-PRler hier noch der Aufruf: Überlegt doch einmal, was wir mit den Motorfreaks machen können. Das Thema schreit doch irgendwie nach einer lustigen Kampagne.

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5 thoughts on “Internetseelsorge mit Echtzeit Social Media Monitoring

  1. Vielleicht ist der Ansatz, explizit „Seelsorge“ über Social Monitoring zu betreiben etwas zu hoch gedacht. Menschen schätzen die Anonymität, mit der sie im Internet agieren können, und sind sicher etwas erschreckt, wenn sich auf einmal eine konkrete Person mit persönlicher Ansprache an sie wendet.
    Ganz sicher bietet Social Monitoring jedoch die Chance, in Foren und auf sozialen Plattformen auf direkt mit den Menschen zu diskutieren und die Diskussion um Glaubensthemen zu fördern. Hier bietet sich kirchlichen Kommunikationsexperten die Chance, sich als Ansprechpartner und im Netz als „Authority“ zu etablieren, was jedoch stetige Kommunikationsarbeit erfordert.
    Das oben genannte Problem um das Wort „Glaube“ ist sicher nur ein Keywordproblem. Hier müsste man eine speziellere Keywordrecherche anfertigen und eruieren, was die Menschen spirituell und kirchenpolitisch gerade so bewegt. Beim Pauschalkeyword „Glaube“ mitzumischen, ist einfach nicht speziell genug – was die o.g. Beispiele auch zeigen.
    Alles in allem ist Social Monitoring und gezieltes Content Marketing/ Social Media sicher auch für Seelsorger eine Chance!

  2. Hallo,
    ich glaube (SCHERZ) genau den Gedanken von Günther Nasekim habe ich auch sofort gehegt.
    So ist das nunmal mit den Statistiken… Ein Wort und alles stimmet (oder, ich glaube, auch nicht).
    LG B. Gast

  3. Naja… ich bin viel bei gutefrage.de und da glauben die Leute an vieles, aber das hat nichts mit der Kirche zu tun. Sorry, Stefan, aber du bist da auf dem Holzweg.

    Hier mal anhand der Google-suche mit dem Wort „glaube“ und der website gutfrage.de:
    Ich glaube ich bin Lesbisch oder?
    Zum Thema Hellseher/in..kann man ihnen glauben?
    An was glauben die Leute, die an Odin glauben?
    was ist die bedeutung des grundsatzes : ,, Ein König , ein Glaube
    Hoffnung und Glaube (Philosophie)
    Wie heißen die Leute, die an nichts glauben?
    Es fällt mir so schwer, an Gott zu glauben
    Wasrum gehört hier ein Komma hin: „Ich glaube, er verstellt sich…
    Woran glauben Zeugen Jehovas?

    Okay, reicht… das sind die 10 ersten Ergebnisse…

    Also, ich GLAUBE nicht, dass deine Auswertung korrekt ist!

  4. Die Motor-Community ist sicherlich in der von dir vorgetragenen Art und Weise gut analysiert, doch bei der Fragecommunity wären viele der Fragen etwas für Seelsorger gewesen.

  5. Zählst Du Wörter, so wie Jo Groebel Leichen? 😉

    Motor-Talk z.B. hat nichts mit Glauben zu tun:

    „Ich glaube mein Mercedes GLK ist ein Trekkie.“

    „Ich glaube meine Phaeton-Diva hat kurz einen Hustenanfall gehabt. “

    „Ich glaube mein Getriebe vom Volvo 850 ist Platt.“

    „Glaube kaum das die STVO/der TÜV das hergibt.“

    „Richtig Bremsen, schwieriger als man glauben mag …“

    „Glaube Motor verliert Öl“

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