Katholisch im Web 2.0

von Unbekannt

Ein schwieriges Thema, denn es dreht sich im Web 2.0 sichtbar wenig um Glauben und Religion. Also wer die Katholische Kirche in den Sozialen Netzwerken sucht, der wird enttäuscht sein. Bei der Suche nach dem Wort „katholisch“ bei Lokalisten, dass insbesondere im (katholisch geprägtem) Süden von Deutschland genutzt wird, schneidet der Weltjugendtag 2010 Madrid am besten mit der Gruppe „Weltjugendtag 2010 in Madrid – wir sind dabei!“ ab. Immerhin 176 Mitglieder sind „maria-w“ gefolgt und in die Gruppe eingetreten. Eine Zahl, die sich im Übrigen sehen lassen kann, denn viele der katholischen Gruppen haben deutlich weniger Mitglieder und Befürworter.

Anderer Schauplatz, ähnliches Spiel. Auch in „wer kenn wen“ (wkw)  ist es mit dem katholisch sein nicht sehr weit gekommen. Es gibt auf den ersten Blick größere katholische Gruppen im Vergleich zu Lokalisten. Doch die größten katholischen Gruppen haben hier auch nur 500 Mitglieder. Insgesamt sind diese 500 sehr wenig, wenn man bedenkt, dass wkw rund 8.000.000 Mitglieder hat.

In den VZ Netzwerken (SchuelerVZ, StudiVZ und MeinVZ) sieht es gleich aus. Gruppen ehrenamtlich gegründet und eigentlich allesamt systematisch vernachlässigt. Kurzum ein Trauerspiel, auch wenn der Wille da und auch gut ist.

Das Hauptproblem beim Thema Katholische Kirche im Web 2.0 ist der Zeitfaktor, der benötigt wird, um sich dem Medium anzunähern im ersten Schritt und um sich um Interessierte, Gruppenmitglieder und Fans zu kümmern. Es sind Hürden, die die Institution Kirche derzeit nicht überwindet mit wenigen Ausnahmen. Dabei ist es doch sehr einfach, wie uns die Katholische Fernseharbeit (nachfolgend kirche.tv genannt) vormacht. Inhalte werden automatisch in verschiedene Netzwerke eingespielt. Wichtig dabei ist sicherlich auch die Auswahl der Zielgruppe und so macht es Sinn, dass ein Hauptaugenmerkt von kirche.tv auf Twitter (604 Follower), dem Medium für Redakteure und andere Medienmenschen liegt. Aber auch YouTube und Facebook kommen zum Einsatz und so kann kirche.tv immer wieder Anlass geben, dass Fernsehzuschauer und Interessierte Feedback geben und auf das Angebot der Katholischen Kirche im Fernsehen aufmerksam gemacht werden.

Wenn man einen Blick in das Portal Facebook  wirft, dann fällt einem noch mehr auf und so gibt es sogar vereinzelt (Erz-)Bistümer die dort online sind. Trier, Limburg, Hamburg, Freiburg und neuerdings auch Berlin (wie es in Berlin gemacht wurde ist nicht zu empfehlen) sind dort anzutreffen. Doch wird an allen Stellen ein und derselbe Fehler gemacht bei der Nutzung von Facebook und zwar speisen eigentlich alle Parteien nur Inhalte ein, die es schon anderswo gibt. Anders formuliert sind die Facebookauftritte eher reine Linksammlungen die zumeist auf die Bistumshomepage zeigen und für den User keinen Mehrwert bieten.

Die Möglichkeit die Stärke der Sozialen Netzwerke – den Dialog zwischen Nutzern, Persönlichkeiten und Institutionen – zu nutzen bleibt ungenutzt. Dabei könnte man durch einen offenen Dialog auf die Gesellschaft und die Menschen zugehen und vor allem auf Reaktionen direkt reagieren.

Doch es geht auch anders und so nutzt zum Beispiel die Katholische Jugend in Österreich seit über einem Jahr sehr erfolgreich die Sozialen Netzwerke. So gibt es gleich mehrere Facebook-Seiten der einzelnen Diözesanverbände. Und auch die deutschen Jugendverbände haben in den letzten Monaten nachgelegt und sammeln erste Erfahrungen. Insbesondere der BDKJ geht mit einem guten Beispiel voran, auch wenn hier weniger verlinkter Inhalt sicherlich das ein oder andere Mal besser wäre.

Insgesamt macht sich bemerkt, dass vereinzelt Gruppierungen das Medium der Sozialen Netzwerke zu nutzen, doch hier noch ein großer Lernprozess stattfinden muss, um mittel- bis langfristig gut aufgestellt zu sein.

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4 thoughts on “Katholisch im Web 2.0

  1. Pingback: web » Twitter Trends
  2. Hallo Veronika,

    das Erzbistum Berlin hat keine Facebook-Seite, sondern ein Personenprofil. Dies bedeutet, dass die Präsenz über kurz oder lang gesperrt wird, weil es keine reale Person ist.

    Ein Beitrag, wie man mit seiner Organisation richtig in Facebook hinein geht ist schon in Planung. Da wird dann auch der Unterschied zwischen Seite, Gruppe und Personenprofil erklärt.

    Stefan

  3. Als Berlinerin interessiert mich der Link zur entsprechenden Facebook-Seite des Erzbistums Berlin durchaus auch dann, wenn es so „nicht zu empfehlen“ ist. Was genau ist dort zu wenig empfehlenswert im Gegensatz zu den ja ebenfalls nicht besonders „berühmten“ anderen genannten (Erz-)Bistümern?

    Ich kenne mich bei Facebook zu wenig aus, um die entsprechende Seite zu finden. Könntest Du sie bitte hier noch nachliefern?

    Gruß
    Veronika Kaiser

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