The Bible Online Game

von Unbekannt

Eine riesige PR-Maschinerie ist aufgefahren – so scheint es – wenn es heißt „Die Bibel als Online Spiel! Testphase startet!“ und „Die Bibel erleben mit dem weltweiten ersten Browserspiel über die heilige Schrift!“. Damit wäre eigentlich fast alles gesagt, wenn man es nüchtern betrachtet. Der PR-Gag sitzt, das Spiel ist als Testversion online und die Bibel wird als Spielhintergrund gewählt, so jedenfalls die Zitate in der „Weltanschauung“ (welch mächtiges Wort) des Spieles.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ ein Hinweis auf das Buch Genesis zeigt die Richtung des MMORPG an, was für Massively Multiplayer Online Role-Playing Game, dass wiederum so viel wie Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel bedeutet. Das Spielprinzip ist dabei eine Mischung aus einem Simulations- und einem Strategiespiel. So geht es im ersten Level auch darum eine Stadt mit verschiedenen Gebäuden auf dem Bildschirm aufzubauen. Jede Konstruktion eines Gebäudes wird mit virtuellen Waren, wie Gold, Holz, Mineralien und Essen bezahlt.

Interessante Facetten des Spiels sind, dass der Glaube der Bevölkerung angezeigt wird, doch wenn es um den Glauben geht ist bei dem Spiel nicht immer zu spaßen, denn das so biblische Online-Game ist ein „rundenbasiertes Kampfsystem“. So ist es auch ein fester Bestandteil, dass sich Stämme gegenseitig bekämpfen, was die Bibel des Alten Testaments zwar in Auszügen, aber nicht das Gesamtbild widerspiegelt.

Das Spiel an sich entspricht insgesamt den normalen MMORPG Umgebungen und Spielprinzipien und spricht sicherlich einige Gamer an, doch hat das Spiel auf den ersten Blick wenig mit der Bibel zu tun abgesehen von den Figur- oder Ortsnamen. Ein Spieltitel, wie „Antike“ oder sonstige Namen, die mit der Vergangenheit in Verbindung gebracht werden, hätten es wohl auch getan. Generell lässt sich sagen, dass „über die heilige Schrift“ sehr wenig zu erfahren ist, wie einer der Slogans zur Bewerbung des Spieles lautet. Langer Rede kurzer Sinn: der Aspekt der Glaubensbildung kommt zu kurz, um Titel und PR gerecht zu werden.

Ein wichtiger Aspekt, dem man sich darüber hinaus ebenfalls bewusst werden muss, ist auch der, dass solch ein MMORPG darauf ausgelegt ist die Spieler an das Spiel zu fesseln. Negativ formuliert sind diese Spiele so gestaltet, dass die beteiligen Personen süchtig werden und sich über einen längeren Zeitraum ständig in das Spiel einklicken, um virtuellen Ruhm zu erlangen. Einmal in solchen Spielen gefesselt kommt der Spieler dann auch schnell an den Punkt, wo er auf Hindernisse stößt, die er sehr leicht mit virtuellem Geld lösen kann, um gegen seine Mitspieler konkurrieren zu können. Dieses virtuelle Geld muss dann für echtes Geld eingekauft werden, womit auch das Finanzierungsmodell eines solchen Spieles erklärt ist. An genau dieser Stelle wird es auch sehr fragwürdig, wenn es um die Bibel geht.  Zwar schmeißt Jesus die Geldwechsler zum Beispiel erst im Neuen Testament aus dem Tempel, aber die Botschaft ist klar: An den Orten, wo es um den Glauben und dessen Verbreitung geht, dann ist dies kein Handelsplatz. So könnte man es auch auf das Spiel übertragen, wobei in der Testphase derzeit nicht auf den ersten Blick klar wird, wo das erkaufte Geld zum Einsatz kommt und an welcher Stelle man es einkaufen soll. Vielleicht wird hier über Eck gespielt und an einer anderen Stelle, bei einem anderen Spiel die Monetarisierung von der betreibenden Firma (FIAA GmbH) angestoßen.

Ein letzter Hinweis sei noch gegeben und zwar der, dass das „Bible Online Game“ nicht das erste Spiel über die Bibel im Internet ist, auch wenn dieses sehr breit angekündigt wird.

Insgesamt lässt dieses Spiel eine gemischte Gefühle zu, der Aspekt der Bibel kommt nicht zur Geltung, dafür scheint das Spielprinzip von MMORPG gut umgesetzt zu sein. Wer gerne diese Art von Spielen mag, der kann es ja einmal ausprobieren und wer bislang kein Fabel für Online-Spiele hat, dem sei gesagt, dass er nichts verpasst, wenn er nicht in dieses Spiel einsteigt.

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One thought on “The Bible Online Game

  1. Mir gefällt das. Hat was von Siedler. Nur dass es nicht so niedlich wuselig ist. Mittlerweile (heute endet die Betaphase) bin ich immerhin so weit gekommen, dass die „Weltanschauung“ endlich eine Rolle spielt. Ich darf im Tempel das Wort Gottes lesen und ziemlich sinnlos abtippen. Whatever.

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